Paprika – Das musst du über das edle Gewürz wissen


Paprika ist ein weit verbreitetes Gewürz. Aber was steckt eigentlich hinter dem roten Pulver und welche Unterschiede gibt es?Ich habe mich ausführlich damit beschäftigt, bin auf eine kulinarische Reise gegangen und habe gleich jenseits der Österreichischen Grenze in den Ungarischen Kochtopf geblickt.

Paprika – die Pflanze aus Südamerika

PaprikaEs gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal Paprika gegessen hat. Ebenso das Paprikagewürz wird keine unbekannte Kochzutat sein. Die Meisten bringen es mit der Ungarischen Küche in Verbindung. Schließlich findet es sich dort im Gulasch, Paprikahuhn oder auch Letscho. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Mittel- bzw. Südamerika. Ausgrabungen in Mexico konnten dessen Verwendung als Zierpflanze sogar bis ins Jahr 7000 v. Chr. zurückverfolgen. Wahrscheinlich fand sie durch die Expeditionen von Christoph Kolumbus ihren Weg nach Europa. Davor war Paprika bei uns gänzlich unbekannt. Aufgrund der ertragreichen Domestizierung stieg die Pflanze in Ungarn sehr schnell zum „Gewürz für arme Leute“ auf. Dort ersetze es den recht teuren Pfeffer sowie verschiedene, exotische Gewürze. Mit der Zeit avancierte der Paprika zum Ungarischen Nationalgewürz. Die besten Produkte stammen aus den Anbaugebieten rund um Szeged sowie Kalocsa. International gilt zwar die Volksrepublik China als mengenmäßig größer Erzeuger, jedoch ist der dort angebaute Paprika in Qualität wie Güte kaum vergleichbar.

So wird aus der Pflanze das Paprikagewürz

PaprikaUm die Paprika als Gewürz zu verwendet, muss sie zuerst zu Paprikapulver verarbeitet werden. Hierzu werden die reifen Früchte getrocknet und anschließend fein gemahlen. Die Menge der vermahlenen Samen sowie Scheidewände definiert später die Schärfe. Je nach verwendeter Sorte erfolgt die Klassifizierung. Paprika aus Ungarn sticht in seiner Qualität besonders hervor. Neben einem reichhaltigen wie vollen Aroma ist der hohe Gehalt an Vitamin C zu erwähnen.

Paprikagewürz – diese Sorten muss man kennen

PaprikaIm Handel gibt es unterschiedliche Sorten bzw. Qualitäten vom Paprikapulver. Die Schärfe richtet sich nach der Menge der Samen bzw. Scheidewände, die mitvermahlen wurden. In der Ungarischen Küche haben sich folgende Sorten vom Paprikagewürz etabliert:

  • Paprika Extra
    Dieses Paprikapulver ist gänzlich schärfelos. Es ist hellrot und eignet sich ideal zum Dekorieren verschiedener Speisen.
  • Delikatess Paprika
    Bei Herstellung dieser Sorte wird ausschließlich das Fruchtfleisch vermahlen. Samen wie Scheidewände sind nicht enthalten. Delikatess Paprika besitzt eine intensiv rote Farbe, färbt stark und schmeckt mild sowie süß-fruchtig.
  • Edelsüß
    Dies ist die wohl bekannteste Variante. Sie besitzt nur wenige Samen bzw. Scheidewände und ist daher sehr mild im Aroma. Das Gewürz ist leuchtend rot und schmeckt leicht würzig mit einem milden sowie fruchtigen Abgang.
  • Halbsüß
    Die Sorte Halbsüß ist bei uns nur wenig bekannt. Bei der Herstellung wird bereits ein höherer Anteil an Samen mitverarbeitet. Es ist deutlich schärfer, dunkelrot gezeichnet und besonders aromatisch im Geschmack.
  • Rosen Paprika
    Wird aus der gesamten Frucht gemahlen. Seine Farbe ist dunkelrot bis rotbraun. Es färbt nur in geringem Ausmaß und ist die schärfste Variante. Das Aroma ist besonders würzig und zeichnet nur im Abgang leichte Spitzen von Frucht. Erkennbar ist der Rosen Paprika an seinem intensiven Duft.

 

In der Spanischen Küche sind zudem die beiden Sorten Dulce sowie Picante erwähnenswert. Paprikagewürz aus dem La Vera Tal in der Region Extremadura ist das Bekannteste. International hat der Pimenton de la Vera Doux den höchsten Bekanntheitsgrad erlangt. Seine intensiv-rote Färbung sind ebenso markant wie auch sein Aroma. Edelsüß mit einer angenehmen Rauchspitze.

Der Paprika in der Küche

Paprika MixKein Paprikapulver gleicht dem Anderen. Es ist in den verschiedensten Varianten sowie Qualitäten erhältlich. Von mild-süßlich bis hin zu würzig-scharf ist für jeden Geschmack etwas dabei. In unseren Breiten ist die Sorte „edelsüß“ besonders beliebt. Das besondere am Paprika sind seine fruchtige Note sowie der hohe Gehalt an Vitamin C. Deshalb wird er gerne anstatt Chili oder Pfeffer verwendet. Für die Ungarn stellt das Paprikapulver das Nationalgewürz dar. Aber auch in vielen anderen Ländern wird es sehr gerne mit Zwiebeln, Knoblauch, Kümmel, Zimt, Zitrusfrüchten oder Muskat kombiniert. Ideal passt es zu Fleischgerichten wie Fleischbällchen oder Cevapcici, aber ebenso für Nudelaufläufe, pikante Salate und fruchtige Desserts.

Was die Lagerung angeht, ist das Paprikagewürz recht genügsam. Idealerweise wird es vor Licht geschützt sowie kühl und trocken aufbewahrt. Eine kleine Gewürzdose ist sehr gut geeignet. Darin kann das Pulver für 4 – 6 Monate problemlos aufbewahrt werden.

4 Tipps für die Verwendung von Paprikapulver:

  • Wenn man es nicht allzu scharf mag, sind die Varianten „extra“ bzw. „edelsüß“ die erste Wahl. Diese bestechen durch feine Fruchtnuancen und bringen ein weiches Aroma in jedes Gericht.
  • Um das volle Aroma zu erhalten, sollte ein Teil vom Paprikapulver zuvor in etwas Öl leicht angeschwitzt werden. Dabei darf es allerdings nicht zu heiß werden, da sich ansonsten zu viele Bitterstoffe herauslösen. Den Rest gibt man idealerweise gegen Ende zum fertigen Gericht hinzu.
  • Bei der Zubereitung von Eintöpfen oder Saucen sollte die Temperatur ebenso im mittleren Bereich liegen. Das Paprikagewürz mag es nicht zu heiß. Für Steaks und Konsortien gilt das Gleiche.
  • Zur Verbesserung des Geschmacks können unterschiedliche Paprikagewürze miteinander kombiniert werden. Experimentierfreude ist gefragt.

Was verbirgt sich hinter billigem Paprikagewürz?

PaprikaAls Laie ist es sehr schwer zu beurteilen, welche Qualität das Paprikagewürz hat. Im Diskounter bzw. Supermarkt findet sich eine Fülle unterschiedlicher Produkte. Zwar kann man kein pauschales Urteil über die Güte fällen, jedoch sollte es logisch erscheinen, dass man sich bei billiger Ware keine Geschmacksexplosionen erwarten darf. Für ein durchschnittlich gutes Paprikapulver sollten mindestens EUR 7,00 für ca. 100 g veranschlagt werden.

Die Qualität beginnt bereits beim Anbau. Bei der Ernte sollten nur unbeschädigte Früchte verwendet werden und nicht mit dem Boden in Kontakt kommen. Anschließend sollten sie schnell und schonend getrocknet werden. Idealerweise herrscht bei der Bearbeitung ingesamt eine kühle Temperatur, damit die wertvollen Aromen nicht verloren gehen. Leider bearbeiten einige Hersteller ihre Ware mit heißem Wasserdampf. Dies verringert zwar die Gesamtkeimzahl , geht allerdings mit einem drastischen Verlust der ätherischen Öle einher.

Billiges Paprikapulver ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Ungünstiger Pflückzeitpunkt.
  • Herkunftsland und Paprikasorte.
  • Qualitätsunterschiede durch die Vermahlung holziger Bestandteile, Bruchstücke sowie geringerer Fruchtqualitäten.
  •  Zusatz von Glutamat.
  • Im Vergleich zu hochwertigen Produkten muss eine weitaus höhere Menge verwendet werden, um den entsprechenden Geschmack zu erreichen.

3 persönliche Produktempfehlungen für hochwertiges Paprikapulver

Wie schon beschrieben, ist die Qualität bei billiger Ware oftmals nicht zufriedenstellend bzw. enttäuschend. Ich selbst kaufe meine Gewürze meistens bei Spiceworld, da ich vom Unternehmen und deren Seriosität vollauf überzeugt bin. Folgende 3 Produkte kann ich dir besonders empfehlen. Ich verwende sie selbst beim Kochen und bin mehr als begeistert.

Paprika Edelsüß

Original Paprikagewürz aus Ungarn. Besonders aromatisch und mild im Geschmack.

Paprika

© Spiceworld.at

Paprika Rosenscharf

Sehr würzig-kräftiges Paprikagewürz aus Ungarn. Passt perfekt für Gulasch.

Paprika

© Spiceworld.at

Pimenton de la Vera

Ein hervorragendes Paprikagewürz aus Spanien. Sehr angenehmes Raucharoma.

© Spiceworld.at

Paprika – ein Muss in der Ungarischen Küche

GoulashPaprikapulver ist das Nationalgewürz in Ungarn. Kein traditionelles Gericht kommt ohne aus. Die Entwicklung der Ungarischen Küche wurde sehr stark vom Bauerntum geprägt. Bei der Zubereitung hat sich der klassische Kessel etabliert. Eintöpfe, Suppen und Gulasch gelingen darin besonders gut. Paprika darf keinesfalls fehlen. Beigefügt als ganze Frucht, in pürierter Form oder als Pulver sorgt es für das charakteristische Aroma. Strenge Rezepte gibt es nicht. Die Ungarn verstehen es nur allzu gut, restefrei zu kochen und sogar mit nur wenigen Zutaten ein leckeres Gericht auf den Tisch zu zaubern. Mit Paprika kombiniert sind die folgenden Speisen besonders bekannt:

  • Kesselgulasch
  • Paprikahuhn
  • Hortobágyer Palatschinken
  • Pikante Paprikawürste (Kolbász)

 

Selbstverständlich darf eine entsprechende Getränkebegleitung nicht fehlen. Ungarn verfügt über herausragende Weingebiete. In der Region um den Balaton hat der Weinbau eine mehr als 2000-jährige Geschichte. Seit dem 13. Jahrhundert haben sich speziell die Lagen um Sopron, Eger sowie Tokaj einen Namen gemacht. Der bekannteste Wein aus Ungarn ist übrigens der Tokajer. Er ist ein charakteristischer und recht trockener Weißwein. Zusätzlich finden sich viele verschiedene Rotweincuvée in den Kellern der Winzer.

Mein Tipp:

Pálinka! Pálinka! Pálinka! Während meiner Studentenzeit konnte ich dieses (heimliche) Nationalgetränk des öfteren genießen. Zwar wird er auch im Supermarkt verkauft, die beste Qualität finden man allerdings beim „Nachbarn“ im Keller. Selbst ist der Schnapsbrenner. Passt hervorragend zum Gulasch.

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