Kücheninspiration 17. April 2016

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Schon wieder sind sieben Tage ins Land gegangen. Zeit für unsere wöchentliche Kücheninspiration, mit anregender Musik, Gedanken zum schönsten Tag der Woche und purer Gemütlichkeit.

Der Zeit die Zeit geben

Wir alle haben sie. Wir alle unterliegen ihrem Einfluss. Zumindest glaubt man das. Die Rede ist von der Zeit. Die Wissenschaft definiert sie als physikalische Größenart. Jedoch gibt es hier Unregelmäßigkeiten. Das Hafele-Keating-Experiment hat bewiesen, dass Zeit kein Einheit ist, welche immer im gleichen Takt abläuft. Trotzdem hat ein jeder Mensch den ganz persönlichen Bezug zur ihr und erlebt den Tag in unterschiedlichen Tempi. Wenn ich durch die Stadt spazieren, mit Leuten auf der Straße spreche oder im Auto sitze, ist zunehmend eine steigende Hektik um mich herum spürbar. Nun, im Sinne vom Keating-Experiment mag das vielleicht ansatzweise logisch erscheinen. Verallgemeinert verfügt ein jeder Mensch täglich dennoch über 24 Stunden. Oder 1.440 Minuten. Oder 86.400 Sekunden. Unendlich viele Momente, in denen es gilt, sich zu entscheiden, wie man sie verbringt, was man dabei fühlt und wie die Einstellung zum Leben selbst ist.

beineVor ein paar Tagen stand ich wieder in einer Warteschlange im Supermarkt. Hinter mir ein sichtlich gestresster Mann. „Ich habe keine Zeit…“ tönte seine gehetzte Stimme. Ich habe kurz darüber nachgedacht, ihm mein tiefes Beileid auszusprechen und ob er denn bald sterben müsse. Schließlich schien er es wirklich eilig zu haben und wolle jeden Moment auskosten. Da ich aber erkannte, dass er weder sichtlich krank war, sondern einfach nur gestresst war, habe ich es zu meinem eigenen Wohle unterlassen und mir meinen Teil gedacht. Aber haben wir in solchen Situationen wirklich keine Zeit? Oder lassen wir uns im eigenen Wohlbefinden durch unser Umfeld einfach so negativ beeinflussen. Eigentlich macht es keinen Unterschied, ob ich nun getrieben im Supermarkt anstehe oder entspannt mit den Menschen um mich herum ein paar freundliche Worte wechsle. Die gemessene Zeit bleibt die Selbige. Das Problem bin ich selbst. Ich fokussiere mich manchmal so stark auf Zukünftiges, oftmals Banales, dass ich es total verabsäume, die schönen Momente im Hier und Jetzt sinnvoll zu nutzen. So habe ich mir in den letzten Jahren eine gute Strategie angewöhnt, um ein bisschen aus diesem aufgezwungenen System auszubrechen. Ich versuche stets entspannt durch das Leben zu gehen und auf besonders kleine Dinge zu achten. In meiner letzten Kücheninspiration hatte ich von den Tauben beim Nestbau erzählt. Mittlerweile ist der Baum mit einem prachtvollen Kleid aus bunten Blättern bestückt. Jeden Morgen beobachte ich von meinem Küchenbalkon aus, wie das Netz aus Farben und Formen dichter wächst. So nehme ich mir jeden Morgen bewusst Zeit, um die Veränderungen genau zu beobachten. Gleiches gilt für mich im Supermarkt. Ich gehe nur dorthin, wenn ich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dort sein kann. Zwar ist es mir nicht immer möglich, jedoch bemerke ich zunehmends eine positive Veränderung in meiner eigenen Wahrnehmung. Ich werde gelassener, entspannter und treffe auf wundersame Weise auf viele tolle Menschen.

Zeit ist ein relativer Begriff. Es liegt einfach an uns selbst, wie wir mit ihr umgehen und welches Tempo wir uns durch unsere Umgebung diktieren lassen.

8 Minuten Zeit für schöne Bilder

Laut einer Youtube-Statistik brechen viele Zuseher/innen die geklickten Videos nach wenigen Sekunden ab. Es passiert zu wenig, uninteressant oder keine Lust mehr. Diese Woche habe ich mich an ein Video zurückerinnern müssen, welches ich immer gerne gesehen habe. Es ist gefüllt mit schönen Bildern unserer Erde, Umwelt und bringt eine bedachte Leichtigkeit, aber auch Schwere, in die Gefühlswelt. Im Grunde will ich gar nicht viel dazu sagen. Ich genieße die 8 Minuten und versinke in Bilder vor meinen Augen und in meinem Kopf.

Kleine Anmerkung am Rande: die Musik ist eine vertonte Variante des Gayatri-Mantras aus der vedischen Philosophie. Für viele Yogis und Hindus ist es das tägliche Gebet, da es sich an keine spezielle Gottheit richtet, sondern Savitri heiligt. Bei bewusster Rezension sollte man sich aber zuvor eingehend mit der tiefen Bedeutung dieses Mantras befassen. Es ist eines der Mächtigsten und Kraftvollsten, welches nicht ohne gerichteter Intention ausgesprochen werden sollte.

Porzellanteller an die Wand

©Non Sans Raison

©Non Sans Raison

Ich bin immer wieder auf der Suche nach kreativen Ideen, um meine eigene Küche mit neuem Inventar zu bestücken. Letztlich schlenderte ich im Einrichtungshaus durch die Geschirrabteilung. Schon lange wünsche ich mir hier etwas Pepiges. Entweder sind die Designs zu normal, zu ausgefallen oder springen mir einfach nicht ins Auge. Gut, ich bin schon sehr wählerisch, was das Thema Tischgeschirr angeht. Überhaupt leicht perfektionistisch. Entspricht etwas nicht exakt meinen Vorstellungen, suche ich entweder so lange bis ich das passende Stück gefunden habe oder lasse es ganz sein. Nun könnte man meinen, mein Leben würde sich dadurch erheblich erschweren. Richtig. Mit mir selbst habe ich es nicht immer leicht. Allerdings weiß ich es nicht besser, schließlich lebe ich zum ersten Mal in diesem Körper. Aber kommen wir zurück zum Geschirr. Teller dienen im Grunde nur einem Zweck: davon zu essen und die Gerichte schmackhaft darauf zu präsentieren. Den Rest der Zeit fristet das meiste Porzellan im Dunkel. Irgendwo im Küchenschrank neben Mixbecher, Salatschüssel und Zwiebelreibe. Also wozu eigentlich Neues? Um sich selbst Freude zu bereiten. Und das mehrmals täglich. In einem Modemagazin bin ich schlussendlich fündig geworden. Das Französische Label Non Sans Raison (auf Deutsch: Nicht ohne Grund) hat das edle Porzellan neu interpretiert, oder besser gesagt, eine alternative Aufbewahrungsmethode dazu entwickelt. Anstatt die Teller nach dem Gebrauch wieder im Regal zu verstauen, werden diese durch ein ausgeklügeltes Magnetsystem an der Wand angebracht. Die Serie „Wall Plates“ ist so gestaltet, dass sich sogar ein gesamtes Bild daraus entwickelt. Damit bekommt man nicht nur neues Geschirr, sondern zeitgleich ein schönes Kunstwerk als Dekorationselement. Besser gehts wohl nicht?! Wir wollen mal hoffen, das die magnetische Haftwirkung auch lange bestehen bleibt. Nicht dass ich morgens im Dunkeln durch Scherben laufen muss.

Erlesenes Porzellan von Non Sans Raison

Die „Wall Plates“ von Non Sans Raison stammen aus Designerhand. Erhältlich in verschiedenen Stilen und für unterschiedliche Personenzahlen enthalten die Sets Präsentations-, Dinner-, Dessert-, Brot- sowie Suppenteller. Ein schmuckes Will-Ich-Haben für die eigene Küche.

©Non Sans Raison

©Non Sans Raison

Küchenmusik

Es ist Sonntag. Die Sonne ist bereits aufgegangen und das laute Vogelgezwitscher lässt einen sanft aus dem Schlaf erwachen. Eigentlich ist es im Bett noch viel zu gemütlich, um aufzustehen. Aber mit ein bisschen Musik kommt die Motivation wie von selbst. Passend zu diesem lauen Sonntagmorgen tönen französisch angehauchte Klänge aus dem Radio. Und da geht das Kopfkino auch schon los. Anstatt in der eigenen Küche Kaffee zu kochen und das Frühstück zuzubereiten, würde ich viel lieber nach draussen gehen und in einem authentischen Bistro in Frankreich ein Baguette mit Espresso genießen. Irgendwie verbinde ich diese Atmosphäre mit tiefer Gemütlichkeit und dem „vie facile„. Wäre da nicht dieses kleine Problem: In meiner Nähe gibts kein originales Bistro, welches am Sonntag offen hat. Daher Lautsprecher lauter drehen und selber für entspannte Stimmung am Küchentisch sorgen.

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