Kokosöl – eine fettige Lüge


Kokosöl unterliegt einem wahren Hype. Doch das Gesundheitsplus soll laut Amerikanischer Herzgesellschaft (AHA) eine glatte Lüge sein. Eine neue Studie der AHA behauptet nämlich das Gegenteil. Ungesünder als Butter und ohne nennenswerte Vorteile lautet das Ergebnis.

Kokosöl ist gesund – ein Irrglaube

In der Küche gilt Kokosöl schon länger als Superfood. Im Gegensatz zu anderen Ölen soll es leicht verdaulich sein, den Blutfettspiegel regulieren und antimikrobiell wirken. Manche Internetquellen gehen sogar so weit zu sagen, es führe nie zu Übergewicht. Argumentiert wird dies mit dem hohen Prozentsatz der enthaltenen Laurinsäure (ca. 40 – 50 %). Nun hat die Amerikanische Herzgesellschaft (AHA) durch eine neu publizierte Studie (21. Juni 2017) darauf hingewiesen, dass viele Gesundheitsversprechen nicht haltbar sind. Ganz im Gegenteil soll Kokosöl sogar ungesünder als Butter sein.

Die Studienergebnisse der AHA argumentieren dies wie folgt: Kokosöl enthalt rund 82% gesättigte Fettsäuren. Das ist weitaus mehr als bei herkömmlicher Butter (63 %). Unterm Strich komme es auf die Gesamtmenge des aufgenommenen Öles an. Trotzdem testiert die AHA keine gänzlich ungesunde Wirkung, denn neben den „bösen“ Fetten sind ebenso „gute“ dabei. Als Leitsatz gilt auch hier: Die Menge macht das Gift.

Veröffentlichte Studie entkräftet den Hype ums Kokosöl

Marie-Pierre St-Onge, Ph.D. von der Columbia University bestätigt die Studienergebnisse. Sie fügt hinzu, dass die Gesundheitsvorteile nur einen kleinen Teil der enthaltenen Fettsäuren betreffen. Deren Anteil sei aber so gering, dass große Mengen vom Kokosöl verzehrt werden müssten, um tatsächlich davon zu profitieren. Generell rät sie, die persönliche Ernährung bewusst sowie ausgewogen zu gestalten.

2 Comments

  • jorun tatrangi sagt:

    Das Kokosöl zum Grossteil aus gesättigten Fetten besteht ist bekannt. Bezüglich der angeblichen Schädlichkeit der gesättigten Fette und der ach so gesunden mehrfach ungesättigten Fette ist die medizinische und naturwissenschaftliche Welt allerdings in zwei Lager gespalten. Ich wuerde meinen, das gerade die klügsten und kritischten Köpfe gegenüber den `neuesten Studien der angeblich seriösen AHA skeptisch gegenüber stehen. Schon die Primärausage aus den 60ger Jahren, dass gesättigte Fette die Ursache für Herzinfarkte sind, beruht auf eine völlig willkürlich gefälschte Studie. Die AHA hat zunächst in den USA und dann weltweit mit ihren Ernährungsempfehlungen eine Epedemie an Adipositas, Diabetes, metabolischen Syndrom und letztendlich Herzinfarkten ausgelöst. Wie man noch irgendetwas von ihnen als denkender Mensch ernst nehmen kann, ist mir als Ärztin ein Rätsel. Insbesondere, da die AHA zur Hälfte von der amerikanischen Food industry zur anderen Hälfte von Pharmafirmen gesponsert wird.

    • Michael sagt:

      Hallo Jorun, vielen lieben Dank für den Kommentar. Ich persönlich vertrete ja die Meinung, dass es, wie in vielen Bereichen unseres Lebens, immer auf einen bewussten Konsum ankommt. Ebenso wird um viele Dinge viel zu viel wissenschaftlicher Wind getrieben. Sinnvoll wäre es, wenn man einfach in den eigenen Körper hineinspürt und schaut, was einem selbst gut tut.
      Liebe Grüße
      Micha

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