Grillen mit gutem Recht – Das ist erlaubt

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Grillen am Balkon darf jeder – oder doch nicht? Was, wenn der Nachbar sich beschwert oder im Mietvertrag eine Klausel das untersagt? Was beim heimischen Grillgenuss in Österreich beachtet werden muss, hat Kitchen-News hier in kurzen Worten zusammengefasst.

Grillen mit gutem Recht

Die gute Nachricht zuerst: Sofern nicht anders geregelt, darf in und um die eigenen 4 Wände gegrillt werden! Dies gilt für alle Außenflächen, die entweder gemietet oder angekauft sind sowie an öffentlichen Orten, welche eindeutig als Grillplätze deklariert sind. Zu beachten ist dabei, aus rechtlicher Sicht, dass der genutzte Grill fachmännisch ist. Das umfasst die Grillvorrichtung selbst, als auch Betriebsweise und Brennmaterial. Der Gesetzgeber schreibt ferner vor, dass offenes Feuer an Bodenstellen und das Verbrennen von Kompost oder Bio-Abfällen untersagt ist.

Die Crux mit den lieben Nachbarn

Probleme kann es allerdings dann geben, wenn Nachbarn sich gestört bzw. genötigt fühlen. Rauch, Geruch, laute Stimmen oder Musik führen in einigen Fällen zur Beschwerde. Tatsächlich haben Anwohner das Recht, eine solche einzubringen. § 364 ABGB verbietet neben dem direkten (z.B. Steine werfen) auch das indirekte Einwirken (z.B. durch Geruchsbildung) auf Nachbarschaftsgrundstücke. Natürlich bezieht sich das nicht auf jedes kleine Rauchwölkchen sowie unwesentliche Geruchsentstehung. Konkret umfasst dieser Paragraph tatsächlich störende Einwirkungen wie starke Rauchentwicklung, die ein Durchschnittsmensch auch als solche empfinden würde. Erst dann ist die Beschwerde legitim.

Der Mietvertrag einer Mietwohnung kann allerdings einen Vermerk enthalten, welcher Grillen untersagt. Bei Miet- wie Eigentumswohnungen gilt generell: Rücksicht aufeinander ist Trumpf! Mitparteien im siebten Stock des Hauses wollen auf ihrem Balkon nicht geräuchert werden, weil im Erdgeschoß eine wilde Grillage abgehalten wird. Dieser Nachbar wird sich wohl über kurz oder lang an die Vermieter wenden um sich dabei § 1096 ABGB zunutze machen.

§ 1096 ABGB garantiert dem Mieter die ungestörte Nutzungsmöglichkeit seines Objektes, ohne Einwirkung Dritter und kann bei Nichthandeln des Vermieters sogar eine Mietzinsminderung zur Folge haben. Dem Verursacher droht im schlimmsten Fall sogar die Kündigung. Deshalb unbedingt die Hausordnung beachten! Darin sind wichtige Punkte verankert, wie beispielsweise die Nachtruhe. Allgemein gelten die polizeilich geregelten Ruhezeiten zwischen 12:00 und  15:00 sowie von 22:00 bis 6:00 früh, Samstags ab 17:00 und Sonntags ganztägig. Individuelle Vermerke in der Hausordnung könnten jedoch weitere Ruhezeiten vorgeben.

Auf den Punkt gebracht

  1. Immer fachmännisch grillen!
  2. Nur vorgeschriebenes Grillmaterial verwenden!
  3. Warn- und Lagerungshinweise von Hersteller und Gesetzgeber für Brennmaterial beachten
  4. Auf gefährliche Anzündstoffe wie Spiritus verzichten!
  5. Mietvertragsklauseln und Hausordnung einhalten!
  6. Auf vorgegebene Ruhezeiten achten!
  7. Nachbarn nicht stören
  8. Keine offenen Feuer entstehen lassen
  9. Geplantes Lagerfeuer bei der örtlichen Feuerwehr melden
  10. Rücksicht, Respekt und Freundlichkeit gegenüber Anderen sind die Zauberworte

Gemeinsam statt einsam

Der Steirer sagt so schön: „Beim Reden kommen d’Leut zsammen!“ Gleiches gilt beim Grillen. Einfach mit den Nachbarn den Dialog suchen, eventuelle Reibungspunkte ansprechen und zusammen eine Lösung für eventuelle Störfaktoren finden. Und wenn es ein wirklich böser Nachbar ist: Einladen und das Steakmesser beim gemeinsamen BBQ begraben. Gegenseitiger Respekt sowie Rücksichtnahme sind oftmals die beste Lösung für viele, künstliche Probleme.

Bildnachweis: ©Rösle

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